Prostatakrebszentrum

Verlässliche Antworten für Ihren persönlichen Behandlungsweg

Lieber Patient, liebe Angehörige,

eine Diagnose im Zusammenhang mit der Prostata wirft oft viele Fragen auf – von der Bedeutung des Befundes bis zu den möglichen Auswirkungen auf das weitere Leben. Nicht jeder Tumor wächst schnell oder muss sofort behandelt werden, doch jede Situation braucht eine sorgfältige Einschätzung und einen klaren, verlässlichen Weg nach vorn. Genau dabei möchten wir Sie im Prostatakrebszentrum Köln-Hohenlind unterstützen.

Unser Team aus erfahrenen Fachärzten und Fachärztinnen aus Urologie und Strahlentherapie arbeitet eng zusammen, um Ihnen eine präzise Diagnostik, verständliche Beratung und moderne Behandlungsmöglichkeiten aus einer Hand anzubieten. Ob aktive Überwachung, MRT-fusionierte Biopsie, roboterassistierte Operation oder strahlentherapeutische Verfahren – wir kombinieren technische Innovation mit persönlicher Zuwendung und fachlicher Sicherheit.

Wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen, erklären Optionen transparent und begleiten Sie und Ihre Angehörigen durch jede Phase des Entscheidungsprozesses. Unser Ziel ist, dass Sie gut informiert, gestärkt und sicher Ihren individuellen Behandlungsweg gehen können.

Herzliche Grüße aus Hohenlind
Dr. med. Markus Funk

Kommissarische Leitung Prostatakrebszentrum
Leitender Oberarzt
Dr. med. Markus Funk

Tel.: 0221/4677-1401

Unser Versprechen an Sie

Wir wissen, wie sehr eine Krebsdiagnose das Leben verändert – und wie wichtig es ist, in dieser Zeit Menschen an seiner Seite zu haben, die stärken, zuhören und Halt geben. Deshalb versprechen wir Ihnen eine
Behandlung, die nicht nur medizinisch auf höchstem Niveau ist, sondern auch menschlich trägt.

Bei uns greifen alle Schritte Ihrer Versorgung nahtlos ineinander. Ein erfahrenes Team begleitet Sie durch jede Phase der Behandlung, nimmt Ihre Sorgen ernst und gibt Ihnen eine klare Orientierung.

Wir nehmen uns Zeit für Ihre Fragen, achten aufmerksam auf Ihre Bedürfnisse und schaffen Sicherheit durch geprüfte Qualität. Neben der medizinischen Exzellenz tun wir alles dafür, dass Sie sich bei uns verstanden und gut aufgehoben fühlen.

Unsere Schwerpunkte

Im Folgenden können Sie sich über die
Behandlungsschwerpunkte des Prostatakrebszentrums Köln-Hohenlind informieren.

Gleason-Score:

Der Gleason-Score beschreibt, wie aggressiv ein Prostatakrebs unter dem Mikroskop aussieht. Der Pathologe bewertet die zwei häufigsten Wachstumsmuster jeweils mit einer Zahl von 1 bis 5 und addiert sie. Die erste Zahl beschreibt bei einer Stanzbiopsie das am Häufigsten vorliegende Wachstumsmuster, die zweite Zahl das zweithäufigste. Liegt die Summe bei Gleason-Score 5 oder 6, spricht man von einem eher gut differenzierten und damit weniger aggressiven Carcinom. Liegt das Wachstumsmuster bei 7 bis 8, von einem eher mäßig bis schlecht differenzierten und 9 bis 10 von einem schlecht differenzierten Karzinom, mit einer höheren Aggressivität.

Risikoeinstufungen:

Anhand des Gleason-Score, des PSA-Wertes und auch der Ausdehnung des Tumors (diese wird eingeschätzt durch ein MRT, die Anzahl positiver Proben und der Tastuntersuchung), kann somit das Risiko in niedrig (low-), mittleres (intermediate-) und hoch (high-risk) eingestuft werden.

PSA-Wert:

Der PSA-Wert ist in vielerlei Hinsicht ein hervorragendes Instrument. Besonders ist, dass dieses Enzym (Prostata spezifisches Antigen) nur in der Prostata gebildet wird. Somit gibt es keine anderen Organe, die zu einer Erhöhung dieses Wertes führen. Ein Wert kann erhöht sein, beim Vorliegen von Infektionen, bei einem ausgeprägten Größenwachstum der Prostata, aber auch bei einem Prostatakarzinom. Somit ist nicht jede Erhöhung des PSA-Wertes gleichbedeutend mit einem Prostatakarzinom. Vielmehr muss der Urologe den Wert „interpretieren“. So ist auch die Anstiegsgeschwindigkeit ebenso der Wert in Bezug zur Größe der Prostata wichtig.

Eine besondere Rolle nimmt der Wert nach der radikalen Prostatektomie ein. Hier dient er als Instrument für die weitere Nachsorge. Im Idealfall ist der Wert nicht mehr nachweisbar und fällt auf einen Wert der kleiner als 0,01 ng/ml ist.

Stadiengerechte Therapie:

Jeder Patient, der sich unserem Prostatakarzinom-Zentrum vorstellt, kann eine individualisierte, ergebnisoffene Beratung erhalten. Die Leitlinien geben heutzutage eine gute Empfehlung für die Behandlung des Prostatakarzinoms vor. Wichtig ist dabei immer eine kompetente und empathische Beratung. Diese stellen wir in unseren Sprechstunden gerne zur Verfügung. Neben der radikalen Prostatektomie (mit oder ohne Nerverhalt, mit oder ohne Lymphadenektomie) steht die Strahlentherapie zur Verfügung. Diese wird in spezialisierten Strahlenzentren durchgeführt. Ebenso gibt es bestimmte Konstellationen, in den zunächst auf eine Operation oder weitere Therapie verzichtet wird und zunächst lediglich Kontrollen (aber auch nach 12 bis 18 Monaten erneut eine Stanzbiopsie empfohlen wird). Dieses Verfahren nennt sich Active-Surveillance.

Sozialdienst:

Der Sozialdienst des Hauses kümmert sich standardisiert um jeden Patienten, der mit der Diagnose Prostatakarzinom eine operative Therapie in unserer Klinik erhält. Hier besteht die Möglichkeit einer ausführlichen bezüglich Hilfsmitteln. Auch die Organisation einer stationären Anschlussheilbehandlung wird hier, wenn gewünscht, standardisiert terminiert.

Physiotherapie:

Auch hier erfolgte standardisierte Vorstellung nach der radikalen Prostatektomie zum ausführlichen Gespräch und zum Anlernen des Schließmuskeltrainings, wenn gewünscht auch für weitere ambulante Termine.

Psychoonkologie:

Standardisiert, aber auch bedarfsadaptiert, erfolgt die Vorstellung bei den sehr erfahrenen Kollegen und Kolleginnen der Psychoonkologie.

Digitale Hilfsangebote:

Zunehmend werden auch digitale und KI-gestützte Hilfsmittel interessanter, so dann hier als Alternative zu einem Beckenbodentraining oder Schließmuskeltraining, angelernt durch Psychotherapeuten eine neu entwickelte App genutzt werden, die durch die Krankenkassen größtenteils übernommen wird (Uroletics)

Seit 2010 wird in unserem Haus das roboterassistierte Operationsverfahren angeboten. Hierbei handelt es sich um die Anwendung eines Master Slave-Systems, das die Bewegungen des Operateurs ausführt (explizit keine eigenständigen Bewegungen durchführt).

Nerverhalt:

Es ist möglich die Nerven für die Erektion zu erhalten. Dies muss aber onkologisch sinnhaft sein. Die Nerven für die Erektionen liegen sehr nahe an der Oberfläche der Prostata. Somit muss immer das Ausmaß der befallenen Seite ebenso wie der mögliche Befall von Neuralscheiden, kleinsten Gefäßen oder kleinsten Lymphgefäßen beachtet werden. Die Durchführung eines Nerverhaltes ein- oder beidseitig, muss immer im Einzelfall entschieden werden.

Lymphadenektomie:

Wie bei anderen Carcinom-Identitäten, wie etwa dem Mamma-Karzinom, ist auch beim Prostatacarcinom die Lymphknotenstation, welche den Abfluss aus der Prostataregion gewährleistet, sehr gut bekannt. Daraus kann die Notwendigkeit einer Entfernung von Lymphknoten entstehen. Dies wird in den heutigen Leitlinien jedoch nur noch bei einem hohen Risiko für das Vorliegen von Metastasen empfohlen, so dass auch hier ein individualisiertes Vorgehen möglich ist.

mp-MRT:

Die multiparametrische Magnetresonanztomographie. Hierbei handelt es sich um ein – in den letzten Jahren immer wichtiger werdendes – radiologisches Verfahren zur Detektion von Auffälligkeiten der Prostata. Die große Schwierigkeit besteht darin Auffälligkeiten zu detektieren, da die Prostata ein drüsenartiges, sehr inhomogenes Gewebe aufweist. Hier werden unterschiedliche, sogenannte Wichtungen verwendet, um solche Bereiche detektieren zu können.

Fusionsgestützte Prostatastanzbiopsie:

Dieses Verfahren wird eingesetzt, um Prostatakrebs (Prostatakarzinom) zuverlässig aufzuspüren. Wir bieten Ihnen diese Untersuchung an, wenn bestimmte medizinische Gründe vorliegen.

  • Ihre PSA Werte steigen schnell an (mehrmals kontrolliert), oder sind absolut erhöht
  • bei der Tastuntersuchung (digital-rektalen) wurde ein auffälliger Befund festgestellt

Im Vorfeld der Biopsie wird zunächst eine spezielle MRT-Aufnahme (mpMRT) Ihrer Prostata angefertigt.  Bei der eigentlichen Biopsie nutzen wir dann eine moderne Technik, bei der diese MRT Bilder in Echtzeit mit dem Live-Bild des Ultraschalls (Sonographie) übereinandergelegt -also „fusioniert“- werden. Der große Vorteil für Sie ist, dass wir durch dieses kombinierte Bild auffällige Stellen (Läsionen) punktgenau sehen und sehr gezielt Proben entnehmen können.  

Wie wird die Gewebeprobe entnommen?

Grundsätzlich stehen für die Entnahmen der Proben zwei verschiedene Verfahren zur Verfügung.

  • Die perineale Stanzbiopsie: Bei dieser Methode erfolgt der kleine Zugang über den Damm
  • Die transrektale Stanzbiopsie: Bei diesem Verfahren erfolgt der Zugang behutsam über den Enddarm

 

Unser Qualitätsversprechen an Sie

In unserem Haus wird das transrektale Verfahren (über den Enddarm) weiterhin mit sehr hoher Qualität durchgeführt. Uns ist es dabei besonders wichtig, stets die beste Lösung für Sie zu finden – wir achten immer auf eine gute Mischung aus den aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnissen (Studienlage) und einer möglichst schonenden und sicheren Durchführbarkeit (Praktikabilität) für unsere Patienten.

Die Patienten die in unserem Prostatacarcinom-Zentrum behandelt werden, können sich darauf verlassen, dass die kompetente Behandlung abteilungsübergreifend und interdisziplinär erfolgt. So kommen in den prä- und posttherapeutischen Tumorkonferenzen Kollegen der unterschiedlichen Fachdisziplinen, wie etwa der Radiologie, der Onkologie, der Strahlentherapie und Urologie, wenn notwendig auch der Gynäkologie und Chirurgie zusammen. Dies gewährleistet mit der Bündelung der unterschiedlichen Kompetenzen die bestmögliche Therapieplanung.

Kontakt

Sie möchten mit uns in Kontakt treten? Über dieses Formular können Sie uns Ihr Anliegen unkompliziert übermitteln. Wir kümmern uns so bald wie möglich darum.

Je genauer Sie Ihr Anliegen beschreiben, desto besser können wir Ihre Anfrage zuordnen und bearbeiten.

Bitte beachten Sie:
Dieses Kontaktformular ist nicht für medizinische Notfälle geeignet.
In dringenden Fällen wenden Sie sich bitte an den ärztlichen Bereitschaftsdienst oder den Notruf.